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Kopieren als Handwerk

NACHGEMACHT - Spielekopien aus der DDR: Kopieren als Handwerk - Malefiz

MALEFIZ

Am Donnerstag eröffnet unsere zweite Ausstellung. Dieses Mal können nachgemachte Spiele aller Art in Dresden bestaunt werden. Ab 1.11. zeigt die Johannstadthalle uns als Sonderausstellung mit bekannten und bisher noch nicht gezeigten Exponaten, wie dem Malefiz von Torsten Jupe.


Vor einiger Zeit erhielten wir Post mit den Spielen von Torsten Jupe. Sein „Wer da?“ stellten wir schon vor paar Wochen vor. Nun folgt sein einzigartiges Malefiz, welches schon beim Aupacken Eindruck auf uns machte, denn es war schwer. Tatsächlich war das Gewicht der kleinen Box mit den Spielfiguten derart beeindruckend, dass schon vor dem Öffnen klar war, dass hier mit Blei gearbeitet wurde. So war es dann auch und noch bevor wir fragen konnten, wie er die Figuren herstellen konnte, fanden wir im Paket eine sorgfältig eingepackte Gipsform. Diese besteht aus zwei Teilen, die von Streichhölzern zusammengehalten werden. Ein Holzpöppel wurde als Rohling verwendet um damit die Form in einem Plastikgefäß herzustellen. Nachdem 16 Bleipöppel gegossen waren, wurden sie in den vier Farben des Spiels eingefärbt. Warum Torsten hier einen derart großen Aufwand betrieben hat, ist unklar, konnte man doch aus jedem „Mensch-Ärgere-Dich-Nicht“ Die Figuren entnehmen.

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Die Kiste zum Spiel ist besonders filigran gearbeitet. Torsten erzählte uns, dass daran die viele freie Zeit „auf See“ Schuld gewesen sein soll. Dort wurde schon seine Stratego-Variante „Wer da?“ gespielt, die jedoch bald verboten wurde. Stattdessen wurde mit einem Malefiz weiter gespielt und vielleicht war ja der Seegang ein Grund für die stabilen Figuren. Die Barrikaden sind aus Holz, das Spielbrett aus Pappe und mit Plastefolie umhüllt, wohl um jedem Wetter trotzen zu können. Das Spielfeld selbst entspricht nicht dem Original, bei dem alle Figuren am Ende des Feldes durch das bekannte Nadelöhr hindurch müssen. Dort kommt es immer wieder zu Frustration und Streitigkeiten. Torsten veränderte diesen Teil des Spiels, aber nicht bewusst, wie er uns mitteilte. Er vermute, sein Spiel war die Kopie einer Kopie einer Kopie. So erging es vielen Spielen, doch nur bei wenigen schlichen sich solche Spielveränderungen „aus Versehen“ ein. Ob ein frustrierter Spieleabend mit der Umgestaltung des Spielbretts zu Ende ging, kann nur vermutet werden.

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Dankenswerterweise stellte Torsten uns beide Spiele für die Ausstellung in Dresden zur Verfügung. Sein Malefiz ist Teil eines ganz neuen thematischen Bereichs, in dem wir uns ausschließlich mit dem Handwerk des Spiele(nach)machens befassen. Dort zeigen wir übriges Bastelmaterial von Lothar Schubert, die Notizbücher von Wolfgang Großkopf, Spiele aus Plaste, aus Aluminium, aus Holz, Papier, Suralin, Spielfiguren aus Blei und vieles mehr. 

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 1.11. um 19:00 Uhr statt. Nach einer kurzen Einführung, werden wir im Kino der Johannstadthalle einige Filmausschitte von Interviews mit Bastlern zeigen und kommentieren und durch die Ausstellung führen. Im Mittelpunkt stehen neben den Themen Krieg & Spiel, Handwerk, Monopoly, Heimlichkeit & Spiel auch gesammelte Kopien aus Dresden. Wer also die Ausstellung schon in Chemnitz gesehen hat, dem können wir hier ebenso etwas Neues bieten. Wir freuen uns auf Euer Kommen!

Autor: Geis


Kommentare:

  1. Da schaut man mal eine halbe Woche nicht in die Newsfeeds und verpasst gleich mal so eine tolle Ankündigung. Somit war ich gestern nicht vor Ort, hoffe aber, dass ich mir die Ausstellung in den nächsten Tagen doch noch anschauen kann. Ich verfolge Euer Blog schon seit einigen Wochen mit ganz großem Interesse. Vielen Dank für Eure gute Arbeit!

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  2. Lieber Jürgen,
    schade, dass du gestern nicht zur Eröffnung kommen konntest. Aber an diesem Wochenende findet das DRESDEN SPIEL! Fest in der Johannstadthalle statt. Da wird neben unserer Ausstellung auch ein Spielefest stattfinden, dass für Groß und Klein was bietet. Wenn du Lust hast, schau da doch vorbei - ansonsten ist die Ausstellung noch bis zum 27.01.2013 zu sehen - also noch jede Menge Zeit.
    Danke für dein anhaltendes Interesse - wir freuen uns über dein Feedback. Gerne auch weitersagen ;)
    Liebe Grüße

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